Sehr geehrte Patienten, liebe Eltern!

Da ich meinem Mann nach Berlin folge, wird die Praxis zum 01.05.2019 geschlossen.
Ich kann aus diesem Grund ab sofort keine Neuanmeldungen mehr annehmen und bedanke mich bei allen, die mich in der langen Zeit meiner Selbstständigkeit unterstützt haben. Vielen Dank für Ihr Vertrauen und für die zahlreichen Weiterempfehlungen an mich.

Alles Gute!
Vera Magritz

Praxis für Logopädie/Sprachtherapie
Praxis für Logopädie/Sprachtherapie

Aphasie

Unter Aphasie versteht man eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Sprachlosigkeit nach erworbenem Spracherwerb, also in Folge einer Schädigung des Gehirns, z.B. nach einem Schlaganfall (80 % der Fälle), einem Schädel-Hirn-Trauma (10%) oder Hirnentzündungen (1%).

In den meisten Fällen liegen cereo - vasculäre Ursachen vor, also sind die Blutbahnen des Gehirns so betroffen, dass die Versorgung der wichtigen Verbindungen unterbrochen und somit weit reichende Folgen nach sich zieht. Bei Aphasie sind, je nach Läsionsort, vor allem folgende sprachlichen Bereiche betroffen:

Sprachverständnis : Verstehen und Lesen
Sprachproduktion: Sprechen und Schreiben

Man unterscheidet folgende aphasische Standardsyndrome:

Amnestische Aphasie

vor allem Wortfindungsstörungen und Ersatzstrategien wie:
Redefloskeln, Umschreibungen, Wiederholungen, viele Satzabbrüche Intakt sind: Artikulation, Sprechmelodie, Lesen und Schreiben bis auf Wortfindungsstörungen

Wernicke oder sensorische Aphasie

Störung vor allem des Sprachverständnisses, ungebremste Sprachproduktion, wobei häufig phonematisch entstellte Wörter auftreten, die für andere oft unverständlich ist, von den Betroffenen aber nicht erkannt werden. Außerdem veränderte Grammatik, mitunter Sprechen in einer "Kunstsprache" (s.o.), Dysgraphie, Dyslexie (Schreiben und Lesen beeinträchtigt), wobei das Lesen oft beherrscht wird, der Sinn aber nicht erfasst wird.

Broca oder motorische Aphasie

Verlangsamte Sprachproduktion, Telegrammstil, deutliche Sprechanstrengung, gestörtes Sprachverständnis, häufiges Erraten vom Sinn der Wörter aufgrund sinntragender Wörter ("Schlüsselwortstrategie"). Häufig auch Dysarthrie (Sprechstörung), Probleme beim Lesen und Schreiben, orale Apraxie (Steuerung der Wortproduktion durch die Muskulatur).

Globale Aphasie

Schwerste Form der Aphasie. Verletzungen in dem Teil des Gehirns, der für den Grossteil der sprachlichen Prozesse zuständig ist und somit auch die meisten sprachlichen Leistungen beeinträchtigt. Die Spontansprache ist geprägt von Automatismen und Stereotypien, also immer wiederkehrenden Floskeln, vieles wird endlos wiederholt, vor alle beim Nachsprechen und Benennen. Es treten schwere Sprachverständnisstörungen auf, Lesen und Schreiben ist meist unmöglich.

Eine strenge Trennung der oben beschriebenen Syndrome wird heute wissenschaftlich nicht mehr gestützt, da sich die Störungsbilder z.T mischen oder sich mit der Zeit verändern, so dass eine eindeutige Zuordnung mitunter nicht immer möglich ist. Dennoch ist sie für eine erste Einteilung immer noch im therapeutischen Alltag zu finden. Durch Differentialdiagnostiken und therapiebegleitende Tests und Einschätzungen soll daher immer dem aktuellen Bedürfnisstatus des Patienten Rechnung getragen werden.

Häufige Begleitsymptome einer Aphasie

  • Facialisparese (Gesichtslähmung)
  • Hypoglossusparese (Zungenlähmung)
  • Hemi Neckleg (gelähmte Seite wird nicht mehr wahrgenommen)
  • Hemianopsie (Störung der Bilderkennung)
  • Asymbolie (Wahrnehmungsstörung)
  • Dylexie (Leseschwierigkeiten)
  • Dyskalkulie (Rechenschwierigkeiten)
  • Dysgraphie (Probleme des Schreibens)
  • Apraxie (Störung der Bewegungsprogrammierung)
  • Dysarthrie (Störungen der Aussprache = Sprechstörung, Stimmgebung, Atmung, Störung der Lautstärke, Sprechanstrengung)

Diese treten natürlich nicht alle gleichzeitig oder auch überhaupt auf, aber oft sind Fazialisparesen, Dysarthrien oder Apraxien neben einer Aphasie vorzufinden, die aber ebenfalls von Ihrem Arzt und einem Sprachtherapeuten diagnostiziert und behandelt werden können.

Nach einem Schlaganfall können weitere Beeinträchtigungen das bisherige Leben stören und aus dem Gleichgewicht bringen, daher ist es sehr wichtig, dass sich Betroffenen und/oder Angehörige mit dem Thema auseinandersetzen, um gemeinsam und mit dem behandelnden Arzt und Sprachtherapeuten oder auch einer Aphasie-Selbsthilfegruppe nach Lösungen zu suchen.

  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Leichte Ablenkbarkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Antriebslosigkeit
  • Plötzliches Lachen oder Weinen (durch hirnorganische Enthemmung)
  • Depressionen
  • Allgemeines Angstgefühl
  • Hilflosigkeit
  • Störung des Selbstbewusstseins

Die Angehörigenberatung ist daher ein zentraler Bestandteil der Aphasietherapie in meiner Praxis.

Um Ihnen einen Einblick in die schnelle Erkennung eines Schlaganfalls zu geben, sind hier die ersten Anzeichen und die Symtome aufgelistet. Eine sofortige Untersuchung im Krankenhaus kann die Ausprägung einer späteren Sprachstörung erheblich beeinflussen.

Erste Anzeichen eines Schlaganfalls

  • plötzliche Sprachprobleme
  • Unsicherheiten beim Gehen
  • Schwindelgefühl und/oder Erbrechen
  • Plötlich auftretende Kopfschmerzen
  • Plötzliche Einschränkungen des Blickfeldes oder doppeltes Sehen
  • Kribbeln
  • Muskelschwäche in Gesicht oder Hand
  • Schluckprobleme

Symptome eines Schlaganfalls

  • kalter Schweiß
  • plötzliche Lähmung
  • Vernachlässigung einer Körperhälfte
  • Bewusstlosigkeit
  • Schwere Gleichgewichtsstörungen

Bei Fragen wenden Sie sich auch bitte an die

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Carl-Bertelsmann-Str. 256
Postfach 104
33311 Gütersloh
E-Mail: info@schlaganfall-hilfe.de
Web: » Deutsche Schlaganfallhilfe

Dipl.-Päd. Vera Magritz | Praxis für Sprachtherapie (Logopädie) | Breite Str. 15 | 45657 Recklinghausen | Telefon: 02361 409 71 86 | mail@sprachtherapie-magritz.de

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